Wir - St. Kilian Kalbach
 

Pfarrgarten in Uttrichshausen

Mit der Fertigstellung des katholischen Pfarrgartens, der neben vierzehn modernen Kreuzwegstationen – jede begleitet von einer Säulen-Eiche – auch einen kleinen Teich, ein altes Wegekreuz und eine Marien-Statue beherbergt, hat nicht nur Uttrichshausen, sondern die gesamte Katholische Kirchengemeinde Kalbachs ein weiteres Kleinod hinzugewonnen.
Der Pfarrgarten diente früher dem jeweilig ansässigen Pfarrer und dessen Haushälterin als Nutzgarten. Nach Renovierung des Kirchenvorplatzes, des Pfarrhauses und des Pfarrhofes sollte auch der Pfarrgarten eine Verschönerung erfahren. Ein Plan für die Gestaltung wurde erstellt. Mit den Arbeiten begann man im Herbst 2010. Da die finanziellen Möglichkeiten sehr gering waren, entschloss sich der Verwaltungsrat, die Arbeiten mit ehrenamtlichen Helfern durchzuführen. Es wurde die Idee geboren, Patenschaften für die 14 Kreuzwegstationen und die dazu gehörenden Säulen-Eichen zu vergeben. Beim Pfarrhausfest am 06. Februar 2011, zu dem alle Bewohner von Uttrichshausen zum Mittagessen ins Pfarrhaus eingeladen waren, stellte man das Projekt vor und bat um Spenden.
Ab Frühjahr 2011, sobald es die Witterung zu ließ, wurde dann fleißig gearbeitet, meistens an den Wochenenden. Die historische Bruchsteinmauer wurde von einer Fachfirma restauriert. Von Woche zu Woche konnte man sehen, wie der Garten Gestalt annahm und im Mai 2011, rechtzeitig zu den Feierlichkeiten zur 1200-Jahrfeier, fertiggestellt war. Zu erwähnen ist noch, dass ein kleiner Teil des Gartens der politischen Gemeinde gehört und auch dieser Teil konnte im Zuge der Dorferneuerung neu gestaltet werden. Eine Öffnung der Mauer zum Parkplatz wurde vorgenommen und dient jetzt als Tor zum Pfarrgarten. Eine Oase der Stille war entstanden, ein „Highlight“ in Uttrichshausen. Im Frühjahr 2012 wurden noch 3 Bänke aufgestellt, 2 davon spendete der Heimatverein aus Uttrichshausen.
Die Einweihung wurde für den 06. Mai 2012 geplant. Der Tag begann um 10.30 Uhr mit einem gut besuchten Festgottesdienst. Pfarrer Jens Clobes bezeichnete in seiner Predigt den Pfarrgarten als eine 3. Raststätte in Uttrichshausen, und zwar als Raststätte „himmelwärts“.
Hier kann man auftanken und sich ausruhen, bevor man in den Alltag zurückkehrt. Die Kreuzwegstationen zeigen uns das Leiden und Sterben von Jesus Christus auf. Durch Meditation oder Gebet können zu jeder Zeit des Tages Sorgen oder Nöte der Menschen dort abgeladen werden.  Ein Kreuz erinnert an die Auferstehung Christi. Die Mutter Gottes als Vorbild zeigt uns, dass man auch als Mensch Gottes Wege gehen kann, wenn man vertraut. Bei dem Brunnen denken wir an den Hl. Geist, an eine sprudelnde Quelle, deren Wasser uns ewiges Leben schenkt.
Weil es draußen regnete wurden die Grußworte von Herrn Bürgermeister D. Wehner, Herrn Ortsvorsteher S. Braun und der Sprecherin des PGR’s D. Behr in der Kirche gesprochen. Von Blasmusikern begleitet sang man das Marienlied „Freu dich du Himmelskönigin“ zum Auszug. Herr Pfarrer Jens Clobes weihte dann den Pfarrgarten bei noch immer strömenden Regen feierlich ein. Fleißige Frauen hatten inzwischen das Mittagessen vorbereitet. Es gab Schnitzel, Salatbuffet, Nachtisch sowie Kaffee und Kuchen. Die angrenzende „Alte Schule“ und auch die beiden, auf dem Parkplatz aufgestellten Zelte, waren gut besetzt. Auch viele auswärtige Gäste waren anwesend.
Um 15.00 Uhr konnte dann bei Sonnenschein eine Marien-Andacht im Pfarrgarten gefeiert werden. Mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen klang dieser besondere Tag aus. An dieser Stelle sei allen Helferinnen und Helfern, allen Spender/innen von Salaten, Nachtisch und Kuchen, die diesen Tag zu einem gelungenen Fest werden ließen, ein herzliches „Danke schön“ gesagt. Dieser Dank gilt aber ganz besonders auch allen ehrenamtlichen Helfern, die bei der Gestaltung des Pfarrgartens mitgewirkt haben. Unseren verstorbenen Pfarrer Bernard Niemiec war dieser Garten und die Errichtung eines Kreuzweges ein ganz besonderes Anliegen, das wir somit sicher in seinem Sinne erfüllt haben. 


Text: Gisela Wallentin

Fotos: T. Röbig & M. Müller