Unsere Pfarrei

Die Bronzeplatte des Heiligen Kilian

Anfang des Jahres 2019 haben die Gremien der Kirchengemeinde St. Kilian Kalbach entschieden, den verdienten ehrenamtlichen Mitarbeitern der Pfarrgemeinde in Anerkennung ihrer Arbeit und Hilfsbereitschaft und in Dankbarkeit die Bronzeplatte des Heiligen Kilian zu verleihen. Die Bronzeplatte wurde vom Künstler Egino Günter Weinert gestaltet.


Die Bronzeplatte zeigt in der Mitte der Platte den Heiligen Kilian mit einem Bischofsstab und der segnenden Hand. Im linken unteren Feld sieht man zwei Darstellungen. Zum einen das Meer, das der in Irland geborene Kilian überqueren musste, um in sein Missionsgebiet zu kommen. Und zum anderen das Frankenland, das durch die Berge und die drei Weinstöcke mit den Trauben dargestellt wird.


Auf der rechten unteren Hälfte wird der fränkische Herzog Gosbert mit seiner Frau Gailana dargestellt. Diese Verbindung akzeptierte Kilian nicht, da Gailana die Witwe des Bruders vom Herzog Gosbert war. Kilian soll den getauften Herzog gedrängt haben die Verbindung aufzulösen. Die Heirat mit Gosbert galt damals nach dem christlichen Kirchenrecht als Blutsschande. Gailana nutzte eine Abwesenheit ihres Mannes und ließ den Heiligen Kilian und seine beiden Gefährten mit dem Schwert ermorden. Nach der Überlieferung wurden die Leichen im Pferdestall der Herzogsburg (an der Stelle der heutigen Neumünsterkirche, Würzburg) verscharrt.


Die letzte Darstellung ist das Schwert und der Palmwedel. Diese Symbole stehen zum einen für die Ermordung und zum anderen für das Martyrium, das der Heilige erlitten hat. Der Heilige Kilian brachte im 7. Jahrhundert den christlichen Glauben in das Frankenland als Wanderbischof und Missionar und wird noch heute als Frankenapostel verehrt. Seit der Neugründung der Kirchengemeinde St. Kilian Kalbach am 1. Januar 2016 ist der Heilige Kilian der Pfarrpatron unserer Kirchengemeinde.


Egino Günter Weinert


wurde am 3. März 1920 in Berlin-Schöneberg als Franz Stanislaus Günter Przybilski geboren und starb am 4. September 2012 in Frechen-Königsdorf. Er war ein deutscher Goldschmied, Bildhauer und Maler der zeitgenössischen sakralen Kunst.


Für zahlreiche, überwiegend katholische Kirchen in Deutschland und im Ausland gestaltete er Einrichtungs- und Kunstgegenstände. Unter anderem war Weinert mehrfach für den Heiligen Stuhl tätig, und einige seiner Arbeiten sind heute in der Sammlung Moderner Religiöser Kunst der Vatikanischen Museen zu sehen.


Bemerkenswert ist, dass Weinert den Großteil seiner Arbeiten mit nur einer Hand anfertigte, nachdem er 1945 im Alter von 25 Jahren die rechte Hand durch eine Sprengfalle verloren hatte.

Er trat im Alter von 14 Jahren als Klosterschüler in die Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg ein. Den Namen Egino erhielt er beim Eintritt ins Kloster, den Nachnamen der Familie ließ der Vater in den 1930er Jahren von Przybilski in Weinert ändern.


Er absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre, dann ab 1937 eine Lehre als Restaurator, Kirchenmaler und Bildhauer. 1941 legte er seine Gesellenprüfung als Gold- und Silberschmied mit Auszeichnung ab. Nach dem Kriegsende kehrte Weinert 1945 ins Kloster Münsterschwarzach zurück.


1947 besuchte Ewald Jorzig, mit dem Weinert bereits früher Kontakt hatte, das Kloster und bewog den Abt, Weinert an die Kölner Werkschule zu schicken. 1949 wurde Weinert durch einen Konventsbeschluss aus dem Kloster ausgeschlossen - unter anderem, weil er von der Kunstschule zahlreiche weibliche Aktzeichnungen mitgebracht hatte und seine Heiligendarstellungen von den konservativen Benediktinern als zu abstrakt angesehen wurden.


Nach dem Ausschluss gründete Weinert 1951 sein erstes eigenes Atelier in Bonn und heiratete seine Frau Anneliese. Nach kurzer Tätigkeit in der Schweiz kehrte er 1954 nach Bonn zurück und ließ sich schließlich mit eigenem Atelier und eigener Werkstatt in Köln nieder, wo er bis zu seinem Tod wohnte. Es folgten 1963 eine zweite Werkstatt im spanischen Dénia und später ein Ausstellungshaus in Frechen-Königsdorf.


In seinen Werkstätten schuf Weinert eine Vielzahl von Sakralgegenständen wie Altäre, Tabernakel, Tauf- und Weihbecken, Ambonen, Kreuze, Kreuzwege, Madonnen, Kelche, Leuchter für überwiegend katholische Kirchen in Deutschland und im Ausland. Er wurde so schnell überregional bekannt und arbeitete u. a. für die Päpste Johannes XXIII., Paul VI. und Johannes Paul II.

Das Ausstellungshaus in Königsdorf beherbergt eine Dauerausstellung mit Arbeiten des Künstlers; weiterhin ist es Sitz der 2007 gegründeten Egino-Weinert-Stiftung.


Text: Andreas Pörtner 

Fotos: Michael Sondergeld

 


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