Wir - St. Kilian Kalbach
 

St. Laurentiuskirche in Niederkalbach

1908-1975: Bau und Ausgestaltung

Am 24. Februar 1908 wurde von der bishöflichen Behörde die Baugenehmigung zum Bau der Kirche nach den Plänen von Architekt Leukart, Wiesbaden, erteilt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Oktober 1908 durch Pfarrer Bermoser und nach kurzer Bauzeit wurde die neue Kirche von Ihm am 7. November 1909 benediziert.

1911 wurde ein Kreuzweg angeschafft, dessen Kosten sich auf 1400 Mark beliefen. 1917 wurde von der bischöflichen Behörde die Anschaffung einer Orgel genehmigt, die im selben Jahr von der Firma Orgelbau Gebr. Späht aus Ennetach mit 13 Registern auf zwei Manualen gebaut wurde.

Erster Kaplan in der Kirchenfiliale Niederkalbach war Wendelin Brähler (12.2.1919-1.12.1923). Er wohnte neben der Kirche im Hause Bub. Sein Nachfolger wurde Kaplan Füller.

Im Mai 1924 wurde mit dem Bau eines neuen Pfarrhauses begonnen, welches am 24. August 1925 bezugsfertig war.
Laut bischöflichen Beschlusses wurde am 1.04.1925 auf Antrag von Pfarrer Dicke die Filialkirche in Niederkalbach in eine selbstständige Kuratie umgewandelt und Kaplan Füller zum Kurator bestellt.
1926 wurde mit dem Bau eines Glockenturmes begonnen. Der Plan stammte von Architekt Mahr aus Fulda. 1927 wurde in der Vorderseite des Turmes ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges eingebaut. Im selben Jahr noch wurde das Turmkreuz aufgesetzt.
Nach Fertigstellung des Turmes 1928 wurden 4 Glocken ( Christkönigsglocke, Immaculataglocke, Laurentiusglocke, Totenglocke ) in den Tonlagen D, F, G, A angeschafft. Sie erklangen am Christkönigsfest ( 30.10.28 )zum ersten Geläut und kosteten 12.854,64 Mark. Drei dieser Glocken wurden 1940 beschlagnahmt, 1942 von der Reichsstelle für Metall abgeholt und eingeschmolzen. Nur die Laurentiusglockedurfte im Turm verbleiben.
Unter der Amtsführung von Kurat Ebel wurde 1935 eine Kanzel angeschafft, die von der Firma Fleck, Fulda, aus französischem Tuffsteingefertigt worden war.
Dr. Wilhelm Kleine, Nachfolger von Kurat Ebel , sorgte dafür, dass nach dem Zweiten Weltkrieg wieder drei neue Glocken angeschafft wurden. Sie erklingen seitdem in der gleichen Tonlagen wie die im Krieg zum Opfer gefallenen Glocken. Diese kosteten 18.520 DM. Anlässlich der kirchlichen Weihe der Glocken und dem damit verbundenen Bischofsbesuch wurde der Aufgang zum Hauptportal mit Treppenstufen versehen und der Kirchplatz mit Basaltsteinen gepflastert. Später wurde eine Turmuhr angeschafft und in den Spitzgauben am Turm installiert.
1952 wurde die Empore erweitert; die Kirche erhielt eine neue Ausmalung und einen Taufstein.
Pfarrer Reinhold Goy ließ in den ersten Jahren seiner Amtszeit in das Gotteshaus eine elektrische Heizung einbauen. 1957 wurden Veränderungen bzw. Umbauten innerhalb der Disposition an der Orgel vorgenommen.



1975-1977 Kirchenerweiterung:

Nachdem durch die Heimatvertriebene und Zuzug die Kirche zu klein geworden war, wurde über eine Erweiterung nachgedacht. Nach vorausgegangener Planung und Grundstückserwerb wurde im November 1975 mit dem notwendigen Abbruch und den Erweiterungsarbeiten begonnen.
Am 25. Oktober 1976 konnte unter großer Anteilnahme der Gemeinde durch Pfarrkurat Willi Schmitt der Grundstein gelegt werden.
Die Erweiterung wurde entgegen der ursprünglichen Konzeption einer moderneren und einfacheren Form aufgrund von Gegebenheiten und Meinungsverschiedenheiten in dem alten Stil erweitert.
Sie erhielt neben der eigentlichen Sakristei einen Sitzungsraum (Messdienersakristei) und im Kellerbereich einen Pfarrsaal mit einer Toilette und einer kleinen Küche. Ferner wurden hier die Heizung und das Öllager untergebracht.
Nach 1 ½ jähriger Bauzeit konnte am 25. Juni 1977 unter Anteilnahme der gesamten Pfarrgemeinde durch Weihbischof Johannes Kapp die kirchliche Weihe vollzogen werden. Die Kosten für die Erweiterung beliefen sich auf 1.857000,-DM, welche zum Teil vom Generalvikariat bezuschusst wurden.
Mit der Fertigstellung der Erweiterung wurde die 1917 angeschaffte Orgel, welche nicht mehr funktionstüchtig war, aus finanziellen Gründen durch eine elektrische Orgel ersetzt. Nach dem Willen der bischöflichen Behörde sollte diese - der Würde des Ortes entsprechend – nur eine vorübergehende Lösung darstellen.



1999 Renovierung:

Die Baulichen Maßnahmen der Renovierung umfassten den Innenraum der Kirche mit Erneuerung des Innenanstrichs, Erweiterung der Fußbodenheizung, Restaurierung des Kreuzweges, Errichtung transparenter Glaswindfänge an den Eingangstüren und
die Neugestaltung des Innenraumes mit Wiederherstellung eines Mittelganges und Abtrennung des Bereiches unter der Empore vom vorderen Kirchenraum durch eine kunstvoll gestaltete schmiedeeiserne Konstruktion.
Auch wurde ein neuer Ambo von Bildhauer Elmar Baumgarten, Ritzelshof bei Ried, angeschafft.
Der Pfarrsaal wurde umfangreich saniert und neugestaltet.
Die Neukonsekration der Pfarrkirche erfolgte durch den damaligen Weihbischof des Bistums Fulda und heutigen Erzbischof von Bamberg, Professor Dr. Ludwig Schick, am 14. November 1999 in einem festlich gestalteten Gottesdienst.


Quelle des Texts: 

Festzeitung „100 Jahre Pfarrkirche St. Laurentius Niederkalbach"

Foto:

Christiane Sorg-Pluhatsch

 

 

Fotos der Bildergalerie: Fabian Deisenroth